Meine Mutter ist vor nun 2 Jahren an Krebs gestorben.
Hier nun kurz was ich erlebt habe;
3 Tage vor ihrem Tod sagte meine Mutter zu mir: Heute Morgen hatte ich schon Besuch,
die wollten mich mitnehmen, aber ich wollte noch nicht.
Das war gegen 8 Uhr morgens. Ich hatte sie wie immer nach meiner Nachtschicht besucht.
Zu Pfingsten verstarb Sie dann. Zu diesem Zeitpunkt habe ich mit meiner Frau
und meiner kleinen Tochter (ca.1Jahr alt) meinen ältesten Bruder besucht.
Ca. 200 km vom Hospiz entfernt. Genau um 2:15 Uhr in der Nacht ist unsere Tochter
aus dem Tiefschlaf von einer auf die andere Sekunde wie am Spieß schreiend aufgewacht.
In diesem Moment wusste keiner von uns was los war, die Kleine ließ sich auch kaum beruhigen.
Am nächsten Morgen erreichte mich dann die Nachricht, dass meine Mutter gegen 3:00 verstorben sei.
Das heißt, der Arzt hat um 3 Uhr den Tod festgestellt, verstorben ist sie aber in Wirklichkeit schon
früher, da im Hospiz selber ja kein Arzt ist, kommt diese Differenz zustande.
Nach dem Tod habe ich meine Mutter noch zweimal hier in meiner Wohnung gesehen
und zwar wie sie ganz schnell in die Küche huschte. Dann, eines Nachts habe ich vor dem
Fernseher gesessen und auf einmal habe ich ein relativ lautes Flüstern gehört, das auch
nicht aufhörte als der Fernseher aus war. Leider konnte ich die Laute nicht verstehen. Meine Frau
hat meine Mutter mehrmals auf dem Friedhof gesehen, wie sie mit jemand anderem Spazieren ging.
Meine kleine Tochter hat manchmal Angst und sagt uns dann, das die Oma Magarete in ihrem Zimmer sei.
Vanessa Neffgen
Vanessa Nefgen, die ihren Lebensgefährten verloren hat, schrieb mir folgendes:
Ich habe am 21.02.2007 meinen Lebensgefährten verloren. Er hat sich das Leben genommen.
Das war der 2. Versuch, und diesmal hat er es getan, ohne eine Chance gefunden zu werden und Hilfe zu erhalten.
Jetzt ist er nicht mehr hier.
Als er das erste Mal versuchte, sich das Leben zu nehmen, geschah das bei uns zu Hause
mit Alkohol und Tabletten. Ich war mit Freundinnen aus und es passierte ohne Ankündigung,
ohne Vorwarnung. Ich stand in einer Diskothek und plötzlich, die man einen Schalter anknipst,
wurde mir schlecht und schwindlig und ganz komisch. Und ich wollte sofort nach Hause.
Einen Grund dafür konnte ich nicht nennen.
Als wir bei uns zu Hause ankamen, kannte ich den Grund, ich fand ihn nicht mehr ansprechbar.
Diesmal jedoch war es anders. Wir hatten uns räumlich getrennt und er hatte eine Wohnung
näher bei seiner Arbeitsstelle.
Durch die Auseinandersetzungen habe ich mir eine Auszeit nehmen wollen und dem Drang,
mir ihm sprechen zu wollen, widerstanden. An dem Abend (vor?) der Tat war ich bei Freunden
zu Besuch. Dort habe ich lange mit denen über meine Beziehung gesprochen. Und ich war so
innerlich nervös und fühlte mich nicht gut. Die Frau meines Freundes sagte noch zu mir, das
läge sicher an meiner Aufgewühltheit, die Emotionen gingen durch und dann fühlt man sich
eben bescheiden
Naja, ich wollte dann irgendwann auch nach Hause. Er hatte mir noch eine SMS geschrieben,
ob ich Lust zum Telefonieren hätte. Ich war aber ja nicht zu Hause, und so schrieb er, es sei
nicht so wichtig, dann halt ein anderes Mal…
Auf dem Heimweg hatte ich wieder den Drang, ihn anrufen zu wollen. Ich schaute auf die Uhr
und dachte, nee, jetzt nicht mehr so spät, es war schon gegen Mitternacht und ich wusste,
es stand ihm ein anstrengender Arbeitstag bevor.
Bin dann ins Bett gegangen. Und dann, mitten in der Nacht wurde ich wach und dachte,
ich hörte seine Schritte auf dem Holzboden im Schlafzimmer. Das war so, als wenn er da
sei und mal eben nachts zur Toilette gegangen ist wie sonst immer. Es war so real. Aber
ich hörte nur wenige barfüßige Schritte, dann nichts mehr. Das Ganze passierte in diesem
Halbwach-Zustand, den man schon mal hat, wenn einer im gleichen Bett halt aufsteht und
sich dann wieder hinlegt.
Ich hatte so intensiv das Gefühl, er sei anwesend. Ich hatte kurz das Gefühl, als sei er dort
gewesen und habe mich vielleicht angeschaut oder so, wie er es manchmal getan hat.
Naja, und dann wurde ich wach und bekam Angst und schaute erst einmal nach, ob auch
niemand außer mir in der Wohnung sei.
Und dann war nichts mehr. Bin am nächsten Tag aufgestanden, war guter Dinge. Bis ich
am übernächsten Tage die Nachricht von seinen Eltern bekam. Der Peter hat sich in seiner
Wohnung erhängt. Am Abend / In jener Nacht, wo ich diese merkwürdige Sache erlebte.
Einen weiteren tag später war eine Freundin bei mir (sie kannte ihn länger als ich), und wir
sprachen über Peter. Plötzlich, bei einem ganz bestimmten Thema, was ihm immer am Herzen
gelegen hatte, fiel ein Bild um. Auf dem Bild waren wir beide zu sehen, es war in unserem
einzigen und letzten gemeinsamen Urlaub
Es war kein Fenster auf, es stand nicht wacklig, es war vorher nie gefallen und ist auch seither
nicht wieder gefallen. Ich bin froh, dass ich nicht alleine war, weil ich echt dachte, jetzt
drehst DU langsam durch.
Das Erlebnis im Schlafzimmer mit den barfüßigen Schritten und dem starken Gefühl von
Anwesenheit ist mir erst nach und nach richtig bewusst geworden. In jener Nacht hatte ich
das Ganze für einen Traum gehalten, ich träume immer wieder sehr intensiv und sehr real.
Daher wäre das für mich kein ungewöhnliches Traumerlebnis gewesen.